Straßenschlachten in Stuttgart: Polizisten verletzt und Läden geplündert

Stuttgart – Eingeschlagene Schaufenster, fliegende Pflastersteine: In der Nacht zum Sonntag liefern sich im Herzen von Stuttgart dutzende Kleingruppen Straßenschlachten mit der Polizei.

Bei Straßenschlachten mit der Polizei haben in der Nacht zum Sonntag dutzende gewalttätige Kleingruppen die Stuttgarter Innenstadt verwüstet und mehrere Beamte verletzt. 

“Die Situation ist völlig außer Kontrolle”, sagte ein Polizeisprecher am frühen Sonntag in Stuttgart. 

Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesland waren in die Hauptstadt beordert worden, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Im Kurznachrichtendienst Twitter kursierten Videoaufzeichnungen von jungen Männern, die gegen Schaufensterscheiben von Geschäften traten oder Pflastersteine aus dem Boden rissen. 

Der Polizeisprecher sagte: “Es wurde richtig randaliert.” 

Eine ganze Reihe von Geschäften sei betroffen gewesen, zudem Fahrzeuge. Es habe auch Plünderungen gegeben. Schwerpunkte seien der Schlossplatz und die benachbarte Königstraße gewesen, die als Stuttgarts Shoppingmeile bekannt ist.

Über die Hintergründe der Auseinandersetzung und die genaue Anzahl der Randalierer war zunächst nichts bekannt. Die Polizei sprach von mehreren hundert Menschen, die in Kleingruppen unterwegs waren. Es habe Verletzte, auch unter Polizisten, gegeben. Von schweren Verletzungen wusste der Sprecher zunächst nichts. Zudem gab es mehrere Festnahmen.

Die Krawalle hätten gegen Mitternacht begonnen. Am Sonntagmorgen hieß es, die Lage habe sich beruhigt. Auch an vergangenen Wochenenden war es zu Auseinandersetzungen von überwiegend jungen Menschen mit der Polizei gekommen – allerdings nicht in dem Ausmaß wie jetzt.

Mehr als 20 Personen wurden festgenommen und werden nun vernommen. Die Kriminalpolizei sichert derzeit Spuren, das THW sichert die Schaufensterscheiben. 

Pressekonferenz Polizei und OB Kuhn äußern sich

Update 15.32 Uhr: Insgesamt wurden 19 Beamte verletzt – einer davon sei dienstunfähig. Die Zahl könne sich noch erhöhen, da die Beamten im Einsatz sich oft erst später mit Verletzungen meldeten, sagte Polizeivizepräsident Thomas Berger am Sonntag bei einer Pressekonferenz im Stuttgarter Rathaus. In der Nacht seien insgesamt 24 Personen vorläufig festgenommen worden.

Zwölf Festgenommene haben die deutsche Staatsangehörigkeit erklärt Thomas Berger, Polizeivizepräsident. Die weiteren Festgenommen kommen unter anderem aus Portugal, Bosnien, Somalien und Afghanistan. Es sei kein Flüchtlingsthema, drei weitere Deutsche haben ein Migrationshintergrund. 

Polizeipräsident Frank Lutz berichtet, dass Kollegen in letzter Zeit immer wieder aus der Menge angegriffen  worden seien und es bis hin zu massiver Gewalt gegen Polizeibeamte gekommen sei. Feiernde treffen sich seit rund vier Wochen in der Innenstadt, inszenieren sich auch in den sozialen Medien und zeigen dort beleidigendes Tun gegen Beamte. 

Aufgrund der Entwicklung habe die Polizei vor Samstag reagiert und Personal aufgestockt. Doch das habe nicht gereicht. Mit der Eskalation der Gewalt haben die Beamten nicht gerechnet. Die Polizei werde darauf reagieren. Bei Gewalt gegen Menschen herrscht eine rote Linie und hier werden sie Gewalt entschlossen unterbinden. 

Die Lage solle analysiert werden und die Kräfte deutlich erhöhen, damit diese Form von Gewalt, wie sie diese Nacht erlebt wurde, nicht mehr passieren. 

Die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt waren nach Angaben der Polizei nicht politisch motiviert. “Wir können aus der momentanen Sicht der Dinge eine linkspolitische oder überhaupt eine politische Motivation für diese Gewalttaten ausschließen”, sagte der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz am Sonntag. “Es war heute Nacht eine nie dagewesene Dimension von offener Gewalt gegen Polizeibeamte und massive Sachbeschädigung bis hin zu Plünderungen.”

Oberbürgermeister Fritz Kuhn zeigt sich ebenfalls schockiert über die Ereignisse: “Sowas hat Stuttgart noch nicht erlebt, so eine Nacht, solche Angriffe auf die Polizei”. 

Was in der Nacht geschehen sei, da wurde eine Grenze überschritten. Das Gewaltmonopol liege beim Staat und es kann nicht sein, dass Geschäfte geplündert werden und Polizei angegriffen werde. Die Stadt Stuttgart steht voll und ganz hinter dem Handeln der Polizei. 

Insbesondere kritisiert der Oberbürgermeister Filme, die die Polizei beleidigen und auf Sozialen Medien kursieren. 

Das besondere der Stadt Stuttgart werde durch solche Nächte angegriffen und so etwas dürfe in dieser Stadt nicht passieren und das sei nicht akzeptabel. 

Hagel: Gewalt ist Folge von Anfeindungen der politischen Linken

Update 15.01 Uhr: Für die Krawalle und Ausschreitungen in Stuttgart sieht CDU-Generalsekretär Manuel Hagel die politische Linke in der Mitverantwortung. “Die zunehmende Gewalt gegen unsere Polizeibeamten ist auch eine Folge der ständigen Anfeindungen der politischen Linken”, teilte er am Sonntag mit. 

“Wenn man die Arbeit unserer Polizei immer nur schlecht redet, wie es zum Beispiel eine Saskia Esken unlängst wieder tat oder wie eine rot-rot-grüne Regierung in Berlin es gar in Gesetzesform gießt, dann werden Akzeptanz und Respekt für unsere Polizei zerstört.” Mit dem “Gehetze” gegen die Polizei müsse jetzt Schluss sein. Die Christdemokraten im Land stünden an der Seite der Polizei.

CDU steht auf alle Fälle hinter der Polizei

Update 14.56 Uhr: Die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Susanne Eisenmann, hat sich schockiert und fassungslos gezeigt angesichts der nächtlichen Ausschreitungen in Stuttgart. Sie sprach am Sonntag von einem “Gewaltexzess”. 

“Die Hintergründe dieser Taten sind noch unklar”, teilte sie mit. “Deshalb ist nun nicht die Zeit für voreilige Schlüsse. Die aggressive Stimmung gegenüber der Polizei auch in den vergangenen Wochen bereitet mir aber große Sorge.” 

Sie forderte ein gesellschaftliches Bekenntnis, dass man volles Vertrauen in die Polizei und ihre Arbeit habe und sie schützen müsse. “Wir als CDU stehen auf alle Fälle hinter unserer Polizei.”

Tag nach den Ausschreitungen

Update 14.22 Uhr: Stuttgart galt immer als eine der sichersten Landeshauptstädte. Mit den nächtlichen Ausschreitungen in der City wackelt dieser Ruf. Betroffene sind fassungslos. Der Tag nach den Ausschreitungen ist dem Aufräumen gewidmet. Mehr Infos dazu hier. 

Innenminister Strobl verurteilt Ausschreitungen

Update 13.25 Uhr: Innenminister Thomas Strobl verurteilt die Ausschreitungen scharf. “Die Ausschreitungen, die wir in der Nacht in Stuttgart erleben mussten, waren von einer in Baden-Württemberg bisher noch nie dagewesenen Qualität. So etwas werden wir in diesem Land definitiv nicht dulden. Plünderungen, Randale, marodierende Gewalttäter – das geht in Stuttgart gar nicht! Wir gehen gegen diese Randalierer konsequent mit der vollen Härte des Rechtsstaates vor.

Am Polizeipräsidium Stuttgart wurde jetzt eine 40-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet, das Landeskriminalamt wird die Ermittlungen unterstützen. Freilich stehen die Ermittlungen derzeit noch ganz am Anfang. Ich werde die Abgeordneten in einer Sondersitzung des Innenausschusses am Mittwochmorgen vor der Plenarsitzung des Landtags in Stuttgart informieren. Das habe ich mit dem Vorsitzenden des Innenausschusses des Landtags, Karl Klein, heute Vormittag so vereinbart. Wir werden die Stadt Stuttgart beim Umgang mit dieser schwierigen Situation in Zukunft gerne tatkräftig unterstützen. Ich danke den mehr als 280 eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten, die in der vergangenen Nacht im Einsatz waren, aus ganzem Herzen für ihren schwierigen und gefährlichen Einsatz in dieser Nacht in Stuttgart.”

Ministerpräsident äußert sich zu gewaltsamen Ausschreitungen

Update 13.18 Uhr: Ministerpräsident Kretschmann äußert sich zu den Ausschreitungen. Mehr Infos lest Ihr hier. 

Entsetzen über Ausschreitungen

Update 12.20 Uhr: Politiker aus Baden-Württemberg haben mit Entsetzen auf die gewaltsamen Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt reagiert. FDP- und SPD-Fraktion kündigten eine Sondersitzung des Innenausschusses im Landtag für kommende Woche an. Innenminister Thomas Strobl (CDU) müsse dort ausführlich über die kriminelle Gewalt und seine Maßnahmen zum Schutz von Gesellschaft und Polizei berichten, forderte FPD-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.

Auch der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Uli Sckerl, sagte, es sei geboten, dass sich der Landtag mit einer Sondersitzung des Innenausschusses ein Bild von der Lage mache. “Diese ist jetzt noch viel zu unübersichtlich, um aus der Ferne bereits voreilige Schlüsse zu ziehen und Schuldige zu benennen”, sagte er.

Sascha Binder, der Innenexperte der PD-Landtagsfraktion, sprach von bürgerkriegsähnlichen Zuständen. “Straßenschlachten solchen Ausmaßes kennen wir in Baden-Württemberg nicht und der Innenminister muss alles dafür tun, damit dies nicht zur Normalität wird.”

“Die Täter müssen die volle Härte des Gesetzes spüren”, reagierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Reinhart auf die Ausschreitungen. “Wer die Stuttgarter Innenstadt in ein Schlachtfeld verwandelt, darf weder auf Verständnis noch auf Milde hoffen.”

“Das stinkt ganz gewaltig nach einer unguten Melange aus Migranten und Linksextremen”, sagte AfD-Fraktionschef Bernd Gögel. AfD-Landessprecher Markus Frohnmaier beschuldigte Politiker wie die SPD-Vorsitzende Saskia Esken, zu versuchen, die Unruhen aus den USA nach Deutschland zu bringen. Aber auch der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Blenke, kritisierte die SPD-Chefin: “Wenn die SPD-Vorsitzende Saskia Esken zum Beispiel der deutschen Polizei ein Rassismus-Problem unterstellt, fühlen sich Krawalltäter in ihrem Tun bestärkt”, kritisierte er.

Polizeigewerkschaft ist schockiert über Ausschreitungen

Update 11.52 Uhr: Die Polizeigewerkschaft ist schockiert über die Ausschreitungen. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Polizei bittet Zeugen sich zu melden

Update 11.51 Uhr: Nach den schweren Ausschreitungen in Stuttgart bittet die Polizei Zeugen um Mithilfe bei den Ermittlungen. “Zur Aufklärung der Straftaten benötigt die Polizei Bilder, Videos von den Ausschreitungen, Straftaten und mutmaßlichen Tatverdächtigen”, schreibt die Behörde auf einem Hinweisportal, das am Sonntagvormittag eingerichtet wurde.

Videos dokumentieren Gewaltexzesse

Update 11.30 Uhr: Im Kurznachrichtendienst Twitter kursierten Videoaufzeichnungen von jungen Männern, die gegen Schaufensterscheiben von Geschäften traten oder Pflastersteine aus dem Boden rissen. Der Polizeisprecher sagte: “Es wurde richtig randaliert.” Viele Geschäfte seien betroffen gewesen, zudem Fahrzeuge. Es habe auch Plünderungen gegeben. Ein Video zeigt, wie ein vermummter Angreifer einem Polizisten von hinten in den Rücken springt. Die Polizei sprach von mehreren hundert Menschen, die in Kleingruppen unterwegs gewesen seien.

Die Krawalle hätten gegen Mitternacht begonnen, sagte der Polizeisprecher. Am Sonntagmorgen waren die Schäden zu sehen: So waren die Schaufensterscheiben mehrerer Handy-Läden eingeschlagen, auch ein Eiscafé und ein bekanntes Bekleidungsgeschäft waren von der Randale betroffen. Zur Sicherheit bleibe die Polizei mit einem Großaufgebot in der Innenstadt präsent, sagte der Sprecher.

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